Wohnung im Sommer kühl halten – was in Wien wirklich hilft

Kurz beantwortet

Am besten kühlen Sie eine Wohnung, indem Sie die Sonne außen vor dem Fenster abhalten (Raffstore, Rollladen, Markise), tagsüber die Fenster geschlossen lassen und nur nachts oder früh morgens quer lüften. Innenjalousien und Ventilatoren helfen deutlich weniger. In Wien fördert die Stadt außenliegenden Sonnenschutz mit 50 % der Kosten, höchstens 1.500 € je Wohneinheit.

Wien wird heißer: Nach Daten der GeoSphere Austria zählte die Station Innere Stadt 2024 insgesamt 52 Hitzetage, die Hohe Warte 45. Ein Hitzetag ist ein Tag mit mindestens 30 °C Höchsttemperatur, in einer Tropennacht sinkt die Temperatur nicht unter 20 °C. Dieser Ratgeber zeigt, welche Maßnahmen Ihre Wohnung tatsächlich kühl halten – geordnet nach Wirkung, mit den Regeln für Wien.

Warum heizt sich die Wohnung im Sommer auf?

Die größte Wärmequelle ist die Sonneneinstrahlung durch das Fenster. Glas lässt Strahlung durch, die im Raum in Wärme umgewandelt wird. Dazu kommen Wärme von Geräten und Menschen sowie warme Außenluft, die durch gekippte oder dauerhaft offene Fenster hereinströmt.

In Städten wie Wien verschärft sich das, weil Beton und Asphalt Wärme speichern und nachts nur langsam abgeben. Dachgeschoss- und Südwest-Wohnungen sind besonders betroffen, weil dort die Sonne am längsten und stärksten auf Dach und Fenster wirkt.

Welche Maßnahmen wirken am besten?

Die Reihenfolge entscheidet: Zuerst die Wärme draußen halten, dann richtig lüften, zuletzt die Wärmequellen im Raum reduzieren.

MaßnahmeWirkungAufwand
Außenliegender Sonnenschutz (Raffstore, Rollladen, Fassadenmarkise)Sehr hoch – die Strahlung wird vor dem Glas abgehaltenMontage durch Fachbetrieb, förderfähig
Fenster tagsüber geschlossen, nachts quer lüftenHoch – kühle Nachtluft ersetzt die warme RaumluftKostenlos
Sonnenschutzfolie oder -verglasungMittel – reduziert Einstrahlung dauerhaft, auch bei offener JalousieBei Verglasung Tausch der Scheibe nötig
Innenliegende Jalousien, Vorhänge, PlisseesGering bis mittel – Wärme gelangt schon in den RaumGering
Wärmequellen reduzieren (Geräte, Beleuchtung, Kochen)Gering bis mittelKostenlos
VentilatorKühlt die Luft nicht, verbessert nur das EmpfindenGering

Wie lüfte ich im Sommer richtig?

Die Faustregel der Wiener Gebietsbetreuung lautet: Tagsüber Fenster und Sonnenschutz schließen, nachts und früh morgens lüften. Dann ist es draußen am kühlsten.

So lüften Sie im Sommer

  • Öffnen Sie in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden mehrere Fenster gleichzeitig (Querlüften), damit Luft durch die Wohnung strömt.
  • Schließen Sie die Fenster, sobald es draußen wärmer wird als drinnen – meist am Vormittag.
  • Vermeiden Sie das dauerhafte Kippen: Es bringt kaum Luftaustausch, lässt aber in der Hitze warme Luft ein.
  • Lassen Sie den Sonnenschutz über den Tag unten, auch wenn Sie nicht zuhause sind.

In einer Tropennacht kühlt es draußen kaum ab. Dann bringt Lüften wenig; umso wichtiger ist es, die Wärme tagsüber gar nicht erst hineinzulassen.

Sonnenschutz außen oder innen – was ist besser?

Außenliegender Sonnenschutz ist deutlich wirksamer. Trifft die Sonne zuerst auf Raffstore, Rollladen oder Markise, kommt ein großer Teil der Wärme gar nicht bis zur Scheibe. Innenjalousien und Vorhänge halten das Licht zurück, doch die Strahlung ist bereits im Raum angekommen und erwärmt ihn.

Welches System sich wofür eignet, vergleicht der Ratgeber Raffstore, Rollladen oder Fassadenmarkise.

Welche Lösung zu Ihrem Gebäude passt, hängt von Fassade, Fensterform und Ihren Wünschen ab. Unsere Leistungsseite Raffstores & Rollläden in Wien zeigt die Möglichkeiten.

Welche Wärmequellen in der Wohnung kann ich reduzieren?

  • Schalten Sie Geräte im Standby und nicht benötigte Elektronik ganz aus – jedes Gerät gibt Abwärme ab.
  • Kochen und backen Sie in heißen Wochen wenn möglich in den Morgen- oder Abendstunden oder auf kurzen Wegen (Mikrowelle, Wasserkocher).
  • Verwenden Sie LED-Lampen statt Glühlampen; sie erzeugen viel weniger Wärme.
  • Trocknen Sie Wäsche nicht in den Wohnräumen, sondern wenn möglich im Freien.

Helfen Ventilator und Klimagerät?

Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht. Er bewegt die Luft und lässt sie auf der Haut kühler wirken, weil Schweiß schneller verdunstet. Er ersetzt weder Sonnenschutz noch Lüften; laufen lassen sollten Sie ihn nur, solange Sie im Raum sind.

Ein Klimagerät kühlt tatsächlich, braucht aber Strom und bei einer Außeneinheit meist eine Zustimmung. Wie sich Verbrauch und Kosten zum Sonnenschutz verhalten, zeigt der Blogbeitrag Klimaanlage oder Sonnenschutz: Was spart mehr Strom?.

Gibt es in Wien eine Förderung für Sonnenschutz?

Ja. Die Stadt Wien fördert außenliegenden Sonnenschutz mit der Sonnenschutzförderung. Stand unserer Recherche im Oktober 2026 gilt:

  • Höhe: 50 % der Kosten, maximal 1.500 € je Wohneinheit.
  • Gefördert werden: Rollläden, Jalousien, vertikale Fassadenmarkisen und Fensterläden.
  • Gebäude: Mehrgeschoss-Wohnbau; der Hauptwohnsitz muss in der Wohnung liegen.
  • Mieterinnen und Mieter: Sie brauchen die schriftliche Zustimmung der Eigentümerin oder des Eigentümers.
  • Rechnung: Sie darf zum Zeitpunkt des Antrags nicht älter als sechs Monate sein.
  • Schutzzone: Liegt das Haus in einer Schutzzone, ist vorab eine Bewilligung der zuständigen Wiener Stelle (MA 37 bzw. MA 19) nötig.
  • Antrag: online oder vor Ort bei der MA 50.

Bitte prüfen: Förderbedingungen ändern sich. Lesen Sie vor dem Kauf die aktuellen Regeln auf wien.gv.at nach und stellen Sie den Antrag nach den dortigen Vorgaben. Wir informieren gern über die technischen Voraussetzungen des Sonnenschutzes.

Was gilt für Dachgeschoss, Altbau und Neubau?

Dachgeschoss: Hier wirken Dach und Fenster zugleich. Dachflächenfenster brauchen eigenen Sonnenschutz, am besten außen, weil die Scheibe der Sonne fast senkrecht ausgesetzt ist. Ein Rollladen oder eine Markise am Dachfenster ist deutlich wirksamer als ein Innenrollo.

Altbau: Die dicken Mauern puffern Hitze gut, solange die Fenster tagsüber geschlossen bleiben. Hier lohnt vor allem nächtliches Querlüften. Bei Kastenfenstern kann ein Sonnenschutz zwischen den Flügeln eine Lösung sein; außen ist er in Schutzzonen oft genehmigungspflichtig.

Neubau: Große Glasflächen und leichte Bauweise heizen sich schneller auf. Außenliegender Sonnenschutz ist hier besonders wichtig, oft ist er schon vorgesehen oder lässt sich nachrüsten.

Welche Fehler machen die meisten bei Hitze?

  • Fenster tagsüber gekippt lassen: Warme Luft strömt ein, Kühle geht verloren.
  • Nur innen abdunkeln: Vorhänge halten Licht zurück, die Wärme ist aber schon im Raum.
  • Zu spät lüften: Wer erst am späten Vormittag öffnet, holt keine Kühle mehr herein.
  • Sonnenschutz nur bei Anwesenheit nutzen: Die Wohnung heizt sich gerade dann auf, wenn niemand zuhause ist.
  • Förderung nach dem Kauf beantragen: Klären Sie die Bedingungen, bevor Sie bestellen.

Checkliste für heiße Tage

Vor dem Sommer

  • Außenliegenden Sonnenschutz an Süd-, West- und Dachflächenfenstern prüfen oder nachrüsten.
  • Förderung vorab klären, bevor Sie bestellen.
  • Behänge, Antriebe und Führungsschienen auf Leichtgängigkeit kontrollieren.

An heißen Tagen

  • Morgens quer lüften, danach Fenster schließen und Sonnenschutz herunterlassen.
  • Geräte ausschalten, die nicht gebraucht werden.
  • Abends und nachts erneut lüften, sobald es draußen kühler ist als drinnen.

Wann sollte ich einen Fachbetrieb holen?

Sobald Sie Sonnenschutz fest an der Fassade montieren, empfiehlt sich ein Fachbetrieb: Er prüft Untergrund, Statik und Elektroanschluss, setzt den Sonnenschutz fachgerecht und berät zu Förderung und Hausverwaltung. Auch wenn ein vorhandener Behang klemmt oder nicht mehr fährt, ist eine Reparatur meist günstiger als ein Neukauf – siehe Reparatur & Wartung in Wien.

Häufige Fragen

Quellen

  1. GeoSphere Austria: Klimabilanz 2024 (Hitzetage Wien Innere Stadt 52, Hohe Warte 45), geosphere.at
  2. Stadt Wien: Sonnenschutzförderung (50 %, max. 1.500 € je Wohneinheit), wien.gv.at/wohnen/sonnenschutzfoerderung
  3. Gebietsbetreuung Stadterneuerung Wien: „Sommerfrisch zuhause“ (richtig lüften im Sommer), gbstern.at
  4. Stadt Wien: Leitfaden Sonnenschutz (Stand 27.07.2026), wien.gv.at

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