Sonnenschutz6 Min. Lesezeit

Welche Markisenstoffe gibt es?

Gestreifter Stoff einer Markise im Detail
Auf einen Blick

Für Markisen nutzt man vor allem drei Stoffarten: Acryl, Polyester und beschichtetes PVC-Gewebe. Acryl gilt als besonders farbecht, Polyester als leicht und reißfest, PVC als wasserdicht. Wichtiger als das Material allein sind Lichtechtheit, UV-Schutz und eine gute Imprägnierung. Fragen Sie beim Kauf nach dem Datenblatt.

In diesem Beitrag
  1. Welche Markisenstoffe gibt es?
  2. Was ist ein Acrylstoff?
  3. Wann ist Polyester die bessere Wahl?
  4. Was kann ein PVC-Stoff?
  5. Was bedeutet Lichtechtheit?
  6. Was bringt der UV-Schutz?
  7. Wie wird ein Markisentuch schmutz- und wasserabweisend?
  8. Wie schwer sollte ein Markisentuch sein?
  9. Woran erkenne ich eine gute Verarbeitung?
  10. Kann ich nur das Tuch tauschen?
  11. Welche Farbe und welches Muster passen?
  12. Wie pflege ich den Markisenstoff?
  13. Was sollte ich zum Wind wissen?
  14. Worauf achte ich beim Kauf?

Eine Markise steht den ganzen Sommer in der Sonne, und im Regen oft auch. Dabei muss der Markisenstoff viel aushalten. Er soll die Farbe halten, Wasser abweisen und nicht ausleiern.

Hier lesen Sie in einfachen Worten, welche Stoffe es gibt, was sie unterscheidet und worauf Sie beim Kauf schauen sollten. Wie Markisen im Vergleich zu Raffstore und Rollladen abschneiden, steht im Ratgeber Raffstore, Rollladen oder Markise: Was ist besser?.

1Welche Markisenstoffe gibt es?

Im Handel finden Sie im Wesentlichen drei Gruppen. Alle drei haben Stärken und Schwächen.

StoffDas spricht dafürDas spricht dagegen
Acrylsehr farbecht, UV-beständig, fühlt sich wie Stoff anetwas schwerer, dehnt sich bei Nässe eher
Polyesterleicht, reißfest, leiert nicht ausbraucht eine Beschichtung für den UV-Schutz
PVC-Gewebewasserdicht, leicht zu wischenschwer, wirkt wie Plane

Solche Angaben stammen aus Herstellerinfos und Ratgebern von Händlern. Sie sind Richtwerte und gelten nicht für jedes Produkt.

2Was ist ein Acrylstoff?

Acryl ist eine Kunstfaser, die oft schon beim Spinnen eingefärbt wird. Die Farbe sitzt dann im Faden und nicht nur außen. Darum bleibt sie lange schön und bleicht kaum aus. Ein guter Acrylstoff fühlt sich weich an und sieht aus wie ein Gewebe fürs Wohnzimmer.

Meist wird er zusätzlich imprägniert. Dann perlt Wasser ab und Schmutz haftet schlechter. Für Terrasse und Balkon ist Acryl deshalb die häufigste Wahl.

3Wann ist Polyester die bessere Wahl?

Polyester ist leichter als Acryl und sehr reißfest. Es leiert auch nach vielen Jahren nicht so schnell aus. Darum nimmt man es oft für sehr breite Markisen und für Gelenkarmmarkisen, wo ein leichtes Tuch die Arme schont.

Eine Sache ist wichtig: Polyester selbst ist nicht von Natur aus UV-beständig. Erst eine Beschichtung macht es wetterfest und schützt vor der Strahlung. Fragen Sie deshalb immer, wie das Tuch ausgerüstet ist.

4Was kann ein PVC-Stoff?

PVC-Gewebe ist mit Kunststoff beschichtet und damit wasserdicht. Es eignet sich dort, wo es auch bei Regen trocken bleiben soll, zum Beispiel über Sitzplätzen im Lokal. Ein Nachteil ist das Gewicht. Je schwerer der Stoff, desto mehr müssen Arme und Mechanik tragen. Für den Wohnbereich nimmt man meist Acryl oder Polyester.

5Was bedeutet Lichtechtheit?

Lichtechtheit zeigt, wie gut eine Farbe der Sonne standhält. Sie wird auf einer Skala von 1 bis 8 angegeben. Je höher die Zahl, desto weniger verblasst der Stoff. Werte von 7 bis 8 gelten als sehr gut. Fragen Sie nach, welche Prüfung dahintersteckt, denn manche Angaben sind bloß Werbetext.

Wichtig: Auch ein gutes Tuch bleicht mit den Jahren etwas aus. Dunkle und kräftige Farben zeigen das eher als helle. Eine Markise an der Südseite ist der Sonne täglich ausgesetzt. Dort lohnt sich ein Stoff mit der besten Lichtechtheit, die Sie bekommen. Auf der Nordseite reicht oft ein einfacheres Tuch.

6Was bringt der UV-Schutz?

Ein dichtes Tuch hält einen großen Teil der UV-Strahlung ab. Händler nennen Werte von bis zu 95 oder 98 Prozent. Das sind Herstellerangaben und keine unabhängigen Tests. Als Faustregel gilt: Je dichter und dunkler der Stoff, desto höher der UV-Schutz.

Für Sie ist das vor allem für die Haut wichtig. Unter einer Markise sitzt man bei Sonne viele Stunden. Prüfen Sie, ob ein UPF-Wert angegeben ist. Ein Wert von 50 oder mehr ist ein gutes Zeichen. Bedenken Sie: Der Stoff schützt vor Strahlung von oben. Reflektiertes Licht vom hellen Boden kommt trotzdem von der Seite.

7Wie wird ein Markisentuch schmutz- und wasserabweisend?

Dafür gibt es die Imprägnierung. Dabei werden die Fasern mit einer dünnen Schicht überzogen. Wasser, Öl und Schmutz bleiben dann eher oben und lassen sich leichter abwischen. Das schützt auch vor Schimmel. Bei Acryl ist diese Ausrüstung üblich. Bei Polyester müssen Sie darauf achten, dass das Tuch beschichtet ist.

Eine Imprägnierung ist kein Dauerschutz. Mit der Zeit lässt sie nach. Pflegen Sie das Tuch, dann hält sie länger. Manche Hersteller bieten ein Nachimprägnieren an. Fragen Sie danach, wenn das Wasser nicht mehr abperlt.

8Wie schwer sollte ein Markisentuch sein?

Das Gewicht wird in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Üblich sind etwa 290 bis 320 g/m². Händler nennen als Wunsch rund 300 g/m². Schwerer heißt nicht besser. Ein schwerer Stoff belastet die Mechanik stärker. Entscheidend ist, dass Tuch und Markise zusammenpassen. Der Fachbetrieb wählt das Gewicht passend zur Größe.

9Woran erkenne ich eine gute Verarbeitung?

Ein guter Stoff allein reicht nicht. Auch die Nähte entscheiden, wie lange das Tuch hält. Schauen Sie sich die Kanten genau an. Sie sollten sauber umgelegt und gleichmäßig vernäht sein. Das Nähgarn muss ebenfalls UV-fest sein, sonst reißt die Naht schon nach wenigen Sommern, obwohl der Stoff noch gut aussieht.

Bei breiten Markisen werden mehrere Bahnen aneinandergesetzt. Das Streifenmuster sollte dort ohne Versatz weiterlaufen. Ein sichtbarer Sprung in den Streifen ist ein Zeichen für schlampige Arbeit. Fragen Sie auch, ob am Rand ein Volant, also eine Zierkante, gewünscht ist. Er sieht schön aus, bietet dem Wind aber mehr Fläche.

10Kann ich nur das Tuch tauschen?

Oft ja. Wenn das Gestell in Ordnung ist, kann man das alte Tuch durch ein neues ersetzen. Das ist meist günstiger als eine ganz neue Markise. Messen Sie dafür die Breite und die Ausfallhöhe genau aus. Notieren Sie sich auch, wie das Tuch am Rohr befestigt ist, denn dafür gibt es verschiedene Systeme.

Ein Austausch lohnt sich, wenn das Tuch verblasst, rissig oder dauerhaft verschmutzt ist. Prüfen Sie vorher Gelenke, Federn und Tuchwelle. Ist das Gestell verbogen oder rostig, ist eine neue Markise die bessere Wahl. Ein Fachbetrieb kann das schnell beurteilen und sagt Ihnen ehrlich, was sich noch lohnt.

11Welche Farbe und welches Muster passen?

Die Farbe prägt den Eindruck der Fassade. Gestreift wirkt klassisch, einfarbig ruhig. Helle Töne zeigen Staub und Schmutz schneller, besonders an viel befahrenen Straßen. Dunkle Töne halten mehr UV-Strahlung ab, erwärmen sich aber stärker. Schauen Sie sich Muster im Original an, denn am Bildschirm sehen Farben anders aus. Halten Sie das Muster draußen ans Fenster und prüfen Sie es zu verschiedenen Tageszeiten.

12Wie pflege ich den Markisenstoff?

Fünf einfache Regeln

  • Losen Schmutz regelmäßig mit einer weichen Bürste abkehren.
  • Flecken mit Wasser und milder Seifenlauge entfernen.
  • Keine scharfen Reiniger und keinen Hochdruckreiniger verwenden.
  • Das Tuch nur trocken einrollen, sonst droht Schimmel.
  • Bei Regen nicht ausfahren, wenn das Gefälle zu flach ist. Dann sammelt sich Wasser im Tuch.

13Was sollte ich zum Wind wissen?

Auch das beste Tuch ist kein Schutz gegen Sturm. Markisen werden nach der Norm EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Fahren Sie die Markise nur so weit aus, wie die Angabe des Herstellers erlaubt. Bei starkem Wind gehört sie eingefahren. Die richtige Montage in tragfähigem Mauerwerk beeinflusst die Windklasse ebenfalls.

14Worauf achte ich beim Kauf?

  • Datenblatt verlangen: Material, Gewicht, Lichtechtheit, UV-Wert und Ausrüstung sollten darin stehen.
  • Garantie fragen: Wie lange gilt sie für das Tuch, und was schließt sie aus?
  • Muster ansehen: Bei Tageslicht und im Original.
  • Zum Einsatzort denken: Gastro, Wohnen und Dachterrasse haben andere Anforderungen. Ein Lokal am Gehsteig braucht ein robusteres Tuch als ein ruhiger Balkon.

Ideen für Terrasse und Balkon finden Sie im Ratgeber Wie beschatte ich Terrasse und Balkon?.

?Fragen und Antworten

Welcher Markisenstoff ist der beste?
Es gibt keinen besten für alle. Acryl ist besonders farbecht, Polyester leicht und reißfest, PVC wasserdicht. Für Wohnterrassen wird meist Acryl gewählt. Entscheidend sind am Ende Ausrüstung und Verarbeitung des Markisenstoffs.
Ist Acryl oder Polyester besser für eine Markise?
Acryl hält die Farbe meist länger. Polyester ist leichter und reißfester, braucht aber eine UV-Beschichtung. Für sehr breite Markisen wird Polyester oft bevorzugt.
Wie lange hält ein Markisentuch?
Das hängt von Stoff, Pflege und Standort ab. Eine feste Zahl können wir nicht seriös nennen. Fragen Sie nach der Garantiezeit des Herstellers.
Ist eine Markise wasserdicht?
Nur mit PVC-Gewebe. Acryl und Polyester sind imprägniert und wasserabweisend, halten aber starken Regen nicht dauerhaft ab.
Wie reinige ich Markisenstoff?
Lose Verschmutzung abkehren, Flecken mit lauwarmem Wasser und milder Seife abtupfen. Keine scharfen Mittel und keinen Hochdruckreiniger nutzen.
Verblasst ein Markisentuch mit der Zeit?
Ja, jedes Tuch bleicht etwas aus. Hohe Lichtechtheit und spinndüsengefärbte Fasern verlangsamen das deutlich.

Quellen

  1. Heimhaus: Die 10 wichtigsten Fakten über das Markisentuch, heimhaus.de
  2. Rollo Rieper: Markisenstoff Acryl oder Polyester – Vor- und Nachteile, rollorieper.de
  3. Letwork: Alles über Markisenstoffe, letwork.de
  4. Bawos: Markisenstoffe – PVC, Acryl oder Polyester, bawos.ch

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