Was ist ein Zip-Screen?

Ein Zip-Screen ist ein senkrechter Sonnenschutz aus Stoff, der außen vor Fenster oder Terrasse nach unten läuft. Die Seitenkanten des Tuchs sitzen mit einem Reißverschluss in einer Schiene. So bleibt das Tuch auch bei Wind straff, und es gibt keinen Lichtspalt. Herstellerangaben zur Windfestigkeit reichen von etwa 80 bis über 140 km/h und sind nicht vergleichbar.
In diesem Beitrag
- Was ist ein Zip-Screen?
- Wie ist das System aufgebaut?
- Wie wirkt die Reißverschlussführung bei Wind?
- Wie windstabil ist er wirklich?
- Was bringt er gegen Hitze?
- Rollladen oder Markise: Wo liegt der Unterschied?
- Wo setzt man ihn ein?
- Wie groß darf die Fläche sein?
- Welche Tücher gibt es?
- Wie wird er bedient?
- Was muss ich bei der Montage beachten?
- Wie pflege ich ihn?
- Worauf achte ich beim Kauf?
Vielleicht haben Sie schon einen Zip-Screen gesehen. Er hängt wie ein dichter Vorhang vor Fenstern oder am Rand einer Terrasse. Er sieht schlicht aus, kann aber viel. Viele Leute fragen: Was ist das genau, und was ist der Unterschied zu Markise oder Rollladen?
Hier erklären wir es in einfachen Worten. Sie erfahren, wie der Aufbau funktioniert, was er bei Wind leistet und für wen er sich eignet. Einen Überblick über andere Sonnenschutzarten gibt der Ratgeber Raffstore, Rollladen oder Markise: Was ist besser?.
1Was ist ein Zip-Screen?
Ein Zip-Screen ist ein Textilscreen, also ein senkrechter Vorhang aus Stoff für außen. Man nennt ihn auch Senkrechtmarkise. Er rollt von oben nach unten ab, ähnlich wie ein Rollladen. Nur besteht er nicht aus Lamellen, sondern aus einem Gewebe. Das Gewebe lässt etwas Licht und Sicht durch, nimmt aber die Wärme der Sonne weg. Fachleute sagen auch Textilscreen dazu. Der Begriff meint dasselbe: ein Sonnenschutz, der aus Stoff besteht und senkrecht läuft.
Eine Besonderheit ist, dass der Vorhang meist ohne Federn und Arme auskommt. Es gibt also weniger Teile, die ausleiern oder klappern können.
Das Besondere steckt im Namen. Das englische Wort „Zip“ meint den Reißverschluss. Er hält das Tuch an den Seiten fest.
2Wie ist das System aufgebaut?
Das System hat vier Teile:
- Kasten: Oben sitzt ein Gehäuse aus Aluminium. Darin ist das Tuch aufgerollt. Es gibt runde und eckige Formen.
- Tuch: Das Gewebe wird vom Kasten abgerollt.
- Führungsschiene: Links und rechts läuft eine Schiene mit einer Nut.
- Motor: Meist ein Funkmotor im Rohr. Er fährt das Tuch auf Knopfdruck.
An den Rändern des Tuchs ist ein Reißverschluss-Band eingenäht. Es gleitet in die Schiene und wird dort festgehalten.
3Wie wirkt die Reißverschlussführung bei Wind?
Die Reißverschlussführung hält die Kante des Tuchs in der Schiene. Das Tuch kann nicht seitlich ausweichen, bläht sich nicht auf und flattert nicht. Die Führungsschiene sitzt fest an der Wand und nimmt die Kräfte auf. Auch der Spalt zwischen Stoff und Schiene fällt weg. Bei einfachen Senkrechtmarkisen mit Seil bleibt dagegen ein Spalt, durch den Licht fällt und Wind greift.
Darum nimmt man ihn gern an windigen Stellen, zum Beispiel auf einer Dachterrasse oder an einem Eckhaus.
4Wie windstabil ist er wirklich?
Die Windstabilität hängt vom Modell ab. Gute Windstabilität heißt nicht, dass der Vorhang jeden Sturm übersteht. Hersteller nennen sehr unterschiedliche Werte. Manche schreiben von Böen bis 80 km/h, andere von über 140 km/h. Weil jeder anders testet, kann man die Zahlen nicht einfach vergleichen.
Fragen Sie deshalb nach der Windwiderstandsklasse nach EN 13561 und danach, wie sie geprüft wurde. Diese Klasse ist die Angabe, auf die man sich verlassen kann. Hersteller raten außerdem, den Behang bei Sturmwarnung einzufahren, statt ihn dem Wind auszusetzen.
5Was bringt er gegen Hitze?
Die Sonne trifft zuerst das Tuch und nicht das Glas. Ein Teil der Wärme wird zurückgeworfen, der Rest bleibt außen hängen. Im Raum bleibt es spürbar kühler. Wie gut das klappt, hängt vom Gewebe ab. Helle, dichte Stoffe werfen mehr Sonne zurück. Dunkle Stoffe geben einen besseren Blick nach draußen.
Das Tuch ist offenporig. Man kann also durchsehen, und der Raum bleibt hell. Das ist ein Vorteil gegenüber geschlossenen Systemen, bei denen es drinnen dunkel wird. Zur Auswahl des Gewebes gibt der Beitrag Welche Markisenstoffe gibt es? weitere Hinweise. Die Wirkung ist am größten, wenn das Tuch schon vor der Mittagssonne ausgefahren wird.
6Rollladen oder Markise: Wo liegt der Unterschied?
| Zip-Screen | Rollladen | Gelenkarmmarkise | |
|---|---|---|---|
| Form | senkrecht, Stoff | senkrecht, Panzer | schräg, nach vorn |
| Durchblick | ja, gedämpft | nein | ja |
| Licht im Raum | hell | dunkel | hell |
| Wind | gut geführt | sehr stabil | empfindlich |
| Dämmung im Winter | gering | besser | keine |
Er ersetzt also keinen Rollladen, wenn es um Einbruchschutz oder Dunkelheit geht. Er ist ein Sonnenschutz, der Licht behält und Sicht erlaubt.
7Wo setzt man ihn ein?
- Vor großen Fenstern und Glasflächen: Zum Beispiel vor bodentiefen Fenstern oder Hebeschiebetüren.
- An Terrassenüberdachungen: Als Seitenwand gegen tiefe Sonne und Wind.
- An Pergolen und Carports: Wenn eine Seite geschützt werden soll.
- In Lokalen und Büros: Wo Blendschutz am Bildschirm wichtig ist.
Auch für den Balkon geht es: Dort schützt er vor Sonne und neugierigen Blicken, zumindest tagsüber. Weitere Ideen stehen im Ratgeber Wie beschatte ich Terrasse und Balkon?.
8Wie groß darf die Fläche sein?
Das hängt vom System ab. Ein Anbieter nennt je nach Modell zum Beispiel Breiten von 3 bis 6 Meter und Höhen von 3 bis 4 Meter. Das Tuch wird auf Maß gefertigt. Zu große Flächen erhöhen die Last auf Rohr und Motor. Ein Fachbetrieb kennt die Grenzen jedes Modells und rät Ihnen, wenn eine Fläche besser in zwei Felder geteilt wird. Bei großen Breiten wählt man einen stärkeren Kasten.
Wichtig ist das genaue Aufmaß. Es geht um Millimeter, denn die Schienen müssen exakt senkrecht sitzen. Schon eine kleine Schräge lässt das Tuch klemmen oder zur Seite wandern. Darum gehört das Messen in Profihände.
9Welche Tücher gibt es?
Bei Gewebe haben Sie eine große Auswahl. Hersteller bieten mehrere hundert Stoffe an, dazu viele Farben für den Kasten. Es gibt dichte Stoffe für viel Schatten und offene Stoffe für mehr Durchblick. Auch schwer entflammbare Tücher und Tücher ohne PVC sind erhältlich. Für Gastro und öffentliche Räume ist die Brandklasse oft wichtig. Fragen Sie nach Lichtdurchlässigkeit und Wärmedurchlass. Beide Werte stehen im Datenblatt.
10Wie wird er bedient?
Fast immer elektrisch, denn ein Handbetrieb wäre bei großen Flächen mühsam. Der Funkmotor reagiert auf eine Fernbedienung, einen Wandtaster oder die Handy-App. Man kann ihn auch an eine Sonnen- und Windsteuerung koppeln. Dann fährt er bei Sonne aus und bei starkem Wind von selbst ein. Eine Handkurbel ist bei diesen Größen selten.
Bei Stromausfall hilft eine Notbedienung. Sie ist wie die Reißverschlussführung Teil eines guten Systems. Eine gute Windstabilität ersetzt nie den Blick auf die Wetterlage. Fragen Sie nach der Notbedienung, wenn Sie den Vorhang an einer schwer erreichbaren Stelle planen.
11Was muss ich bei der Montage beachten?
Die Schienen müssen auf tragfähigem Untergrund sitzen. Hohlräume und weiche Dämmung sind dafür nicht geeignet. Der Kasten kann vor der Wand, in der Laibung oder unter einem Dach montiert werden. Die richtige Stelle hängt von Fassade und Fenster ab.
In Wien kann bei Fassadenarbeiten eine Zustimmung nötig sein, etwa von der Hausverwaltung. Fragen Sie vor dem Kauf nach. Bei Eigentumswohnungen entscheidet oft die Gemeinschaft, wie die Fassade aussehen darf. Ein einheitliches Bild für alle Fenster erhöht die Chance auf ein Ja.
12Wie pflege ich ihn?
Das Tuch mit weicher Bürste und lauwarmem Wasser reinigen. Keine scharfen Mittel nehmen. Die Schienen von Laub und Staub befreien, damit der Reißverschluss leicht läuft. Im Winter bei Frost nicht ausfahren, denn gefrorenes Tuch kann beschädigt werden. Lassen Sie den Behang einmal im Jahr vom Fachbetrieb ansehen. Er prüft Motor, Nähte und Reißverschluss und erkennt kleine Schäden, bevor sie teuer werden. Ein Tuch, das schief läuft, gehört sofort kontrolliert.
13Worauf achte ich beim Kauf?
- Windklasse: Fragen Sie nach der Klasse nach EN 13561, nicht nur nach km/h.
- Gewebe: Passend zu Sonne, Aussicht und Fassade wählen.
- Antrieb: Funkmotor mit Steuerung und Notbedienung.
- Aufmaß: Durch den Fachbetrieb, nicht selbst.
?Fragen und Antworten
- Was ist ein Zip-Screen?
- Ein senkrechter Sonnenschutz aus Stoff, der außen nach unten läuft. Die Kanten des Tuchs sitzen mit einem Reißverschluss in einer Schiene.
- Wie viel Wind hält ein Zip-Screen aus?
- Hersteller nennen Werte von etwa 80 bis über 140 km/h. Diese Zahlen sind nicht vergleichbar. Aussagekräftig ist die Windklasse nach EN 13561.
- Kann man durch einen Zip-Screen hindurchsehen?
- Ja, je nach Gewebe. Dunkle, offene Stoffe erlauben guten Durchblick. Helle, dichte Stoffe schützen besser vor Blicken und Sonne.
- Ist ein Zip-Screen besser als ein Rollladen?
- Nicht grundsätzlich. Er lässt Licht herein und erlaubt Sicht. Ein Rollladen dämmt besser und schützt besser vor Einbruch.
- Brauche ich für einen Zip-Screen eine Genehmigung?
- Das hängt vom Haus ab. In Mehrparteienhäusern ist oft eine Zustimmung der Eigentümer oder der Hausverwaltung nötig. Fragen Sie vorher nach.
- Wie wird ein Zip-Screen gesteuert?
- Meist mit Funkmotor, Fernbedienung, Taster oder App. Eine Sonnen- und Windsteuerung kann ihn automatisch bewegen.
Veröffentlicht am 2. Juli 2026 · Zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026
Quellen
- SF&S: ZIP-Screens vom Fachhändler (Zipline-Systeme), sfs.at
- Solatex: Senkrechtmarkisen ZIP-Screen, solatex-markisen.com
- Sowero: Windstabile Senkrechtmarkise (Zipscreen), sowero.de
- Aussenrollo: Senkrechtmarkise windstabil, aussenrollo.de
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