Der Uw-Wert gibt an, wie viel Wärme das gesamte Fenster durchlässt; je niedriger, desto besser. Der Ug-Wert gilt nur für das Glas, der g-Wert zeigt, wie viel Sonnenenergie durch die Scheibe in den Raum gelangt. In Österreich verlangt die OIB-Richtlinie 6 für Wohngebäude einen Uw-Wert von höchstens 1,40 W/m²K; gute Dreifach-Fenster liegen darunter.
Im Fensterangebot tauchen Kürzel wie Uw, Ug, Uf und g auf. Sie entscheiden darüber, wie warm es im Winter bleibt, wie stark sich der Raum im Sommer aufheizt und was die Fenster kosten. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Kennzahlen ohne Fachchinesisch und zeigt, welche Werte Sie in Angeboten vergleichen sollten. Ob Kunststoff, Holz oder Alu besser passt, beantwortet der Ratgeber Fenstermaterial im Vergleich.
Was ist der Uw-Wert?
Der Uw-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters, Einheit W/m²K) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied durch das gesamte Fenster geht, also Glas, Rahmen und Randverbund zusammen. Je niedriger der Wert, desto weniger Wärme geht verloren. Er ist die wichtigste Kennzahl für den Vergleich.
| Fenstertyp | Uw-Wert (Richtwert) |
|---|---|
| Altbau-Fenster (unsaniert; der untere Wert gilt für Kastenfenster) | etwa 2,5 bis 4,6 |
| Fenster im Niedrigenergiehaus | etwa 1,2 |
| Passivhaus-Fenster | etwa 0,8 |
Die Richtwerte stammen aus dem U-Wert-Ratgeber der Energie Agentur Steiermark. Für Neubauten und Sanierungen gelten gesetzliche Grenzwerte (siehe unten).
Was bedeuten Ug und Uf?
- Ug ist der U-Wert der Verglasung allein. Dreifach-Wärmeschutzglas erreicht laut Ratgebern etwa 0,5 bis 0,7, ältere Zweifachverglasung deutlich mehr.
- Uf ist der U-Wert des Rahmens.
- Uw setzt sich aus Ug, Uf und der Wärmeverlustwirkung des Randverbunds zusammen.
Entscheidend ist deshalb immer der Uw-Wert. Ein Angebot, das nur mit einem sehr guten Ug-Wert wirbt, sagt noch nichts über das ganze Fenster. Bei kleinen Fenstern mit viel Rahmen ist der Uw-Wert schlechter als bei großen Glasflächen.
Was ist der g-Wert?
Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) zeigt, welcher Anteil der Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt 0,6 als üblichen Wert: 60 Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie kommen im Raum an. Je höher der g-Wert, desto mehr Sonne gelangt hinein.
- Im Winter ist ein höherer g-Wert vorteilhaft, weil die Sonne den Raum mitheizt, besonders bei Südfenstern.
- Im Sommer ist er ein Nachteil, weil die Sonne den Raum aufheizt. Dagegen helfen Sonnenschutzgläser mit niedrigerem g-Wert oder außenliegender Sonnenschutz. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Wohnung im Sommer kühl halten.
Welcher Wert ist in Österreich vorgeschrieben?
Die OIB-Richtlinie 6 (Energieeinsparung und Wärmeschutz) legt Anforderungen fest. Laut einer Tabelle der Ausgabe 2011 liegt der Höchstwert für Fenster, Fenstertüren und verglaste Türen in Wohngebäuden gegen Außenluft bei 1,40 W/m²K, in Nicht-Wohngebäuden bei 1,70. Spätere Ausgaben der Richtlinie können abweichen; der aktuelle Wert steht beim Österreichischen Institut für Bautechnik (OIB). Für einen Nachweis erhalten Sie vom Hersteller eine Leistungserklärung mit Uw-Wert.
Hinweis: Für Förderungen und Bewilligungen können strengere oder zusätzliche Werte gelten. Klären Sie das vor der Bestellung; die Wiener Förderungen beschreibt der Ratgeber Förderungen für Fenster in Wien.
Zweifach- oder Dreifachverglasung?
| Verglasung | Ug (Richtwert) | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Zweifach-Wärmeschutz | etwa 1,1 | Leichter, günstiger, mehr Tageslicht | Schlechterer Dämmwert |
| Dreifach-Wärmeschutz | etwa 0,5 bis 0,7 | Beste Dämmung, wärmere Scheibeninnenseite | Schwerer, teurer, etwas weniger Licht |
Zum Beschlag auf der Scheibe siehe Kondenswasser und Schimmel. Für Neubauten und umfassende Sanierungen ist Dreifachverglasung heute üblich. Bei Kastenfenstern oder besonderen Rahmen kann eine gute Zweifachlösung sinnvoller sein.
Was bedeutet der Uw-Wert in Watt? Ein Beispiel
Der Wärmeverlust eines Fensters ergibt sich aus Uw-Wert × Fläche × Temperaturunterschied. Bei einem Quadratmeter Fenster und 20 Grad Unterschied zwischen innen und außen gilt: Ein altes Fenster mit Uw 2,8 verliert 2,8 × 1 × 20 = 56 Watt, ein modernes mit Uw 1,0 nur 20 Watt. Bei zehn Quadratmetern Fensterfläche sind das 560 Watt gegenüber 200 Watt. Das ist ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, es zeigt aber, wie stark der Uw-Wert wirkt.
Was ist mit dem Licht – der Lichttransmission?
Die Lichttransmission gibt an, wie viel sichtbares Licht durch die Scheibe kommt. Dreifachverglasung und Sonnenschutzgläser lassen meist etwas weniger Licht durch als Zweifachglas. Der Unterschied ist im Alltag gering, kann aber in sehr dunklen Räumen auffallen. Fragen Sie bei Sonnenschutzglas nach dem Wert und lassen Sie sich Muster zeigen.
Hilft ein niedriger g-Wert gegen Hitze?
Sonnenschutzgläser mit niedrigem g-Wert halten einen Teil der Sonnenstrahlung ab und helfen im Sommer. Sie wirken aber auch im Winter und halten dann kostenlose Sonnenwärme zurück, und sie sind nicht regelbar wie ein Raffstore, der sich je nach Sonnenstand öffnen lässt. Welche Lösung am meisten bringt, hängt von Ausrichtung und Nutzung ab. Außenliegender Sonnenschutz ist in der Regel flexibler; die Leistungsseite Raffstores & Rollläden zeigt die Möglichkeiten.
Was ist die warme Kante?
Der Randverbund hält die Scheiben auf Abstand und dichtet sie ab. Metall-Abstandhalter leiten Wärme gut und kühlen den Scheibenrand aus. Warme Kanten bestehen aus Kunststoff oder Verbundmaterial und verringern diesen Wärmeverlust. Sie sind ein Kaufkriterium, weil sie Wärmebrücken am Scheibenrand und damit das Risiko für Kondenswasser und Schimmel reduzieren. Fragen Sie im Angebot gezielt, ob warme Kanten enthalten sind, denn sie werden gelegentlich als Zusatzoption geführt. Auch in Kombination mit Fenstern, die bereits einen sehr guten Rahmen haben, lohnt sich diese Kleinigkeit meist, weil sie an der schwächsten Stelle der Verglasung ansetzt.
Welche Missverständnisse gibt es?
- „Mehr Scheiben sind immer besser.“ Entscheidend ist der Gesamtwert des Fensters; ein schlechter Rahmen oder Einbau verschenkt die Vorteile einer dritten Scheibe.
- „Der Ug-Wert genügt.“ Das Glas macht nur einen Teil der Fensterfläche aus, der Rahmen und der Randverbund zählen mit.
- „Ein niedriger U-Wert verhindert jeden Beschlag.“ Er senkt das Risiko, ersetzt aber das Lüften nicht.
- „Hoher g-Wert ist immer schlecht.“ Im Winter bringt er Sonnenwärme in den Raum; im Sommer braucht er Sonnenschutz.
- „Der Wert gilt für jede Größe.“ Uw-Werte werden für ein genormtes Prüfmaß angegeben; bei Sonderformen oder sehr kleinen Fenstern kann der tatsächliche Wert abweichen.
Wie lese ich ein Fensterangebot?
Das sollte im Angebot stehen
- Uw-Wert des gesamten Fensters, nicht nur Ug.
- Ug-Wert und g-Wert der Verglasung.
- Rahmenmaterial und Aufbau.
- Randverbund (warme Kante).
- Schallschutz- und Einbruchschutzwerte, falls gewünscht.
- Prüfnorm oder Leistungserklärung (CE-Kennzeichnung nach EN 14351-1).
Welche Werte sind für mich wichtig?
- Heizkosten sparen: niedriger Uw-Wert.
- Südseite mit viel Sonne: auf g-Wert und Sonnenschutz achten.
- Lärm: Schalldämmwert des Fensters, nicht nur Uw – siehe Straßenlärm im Schlafzimmer.
- Sicherheit: Widerstandsklasse RC – siehe Einbruchschutz.
Häufige Fragen
In Österreich gilt für Wohngebäude laut OIB-Richtlinie 6 (Ausgabe 2011) höchstens 1,40 W/m²K. Gute Dreifach-Fenster liegen deutlich darunter, Passivhaus-Fenster bei etwa 0,8.
Nein. Der Uw-Wert beschreibt das ganze Fenster und ist für den Vergleich entscheidend.
60 Prozent der Sonnenenergie gelangen durch die Scheibe in den Raum.
Für Neubauten und umfassende Sanierungen ist sie üblich. Im Altbau mit Kastenfenstern kann eine gute Zweifachlösung passen.
Vom Hersteller in der Leistungserklärung und im Datenblatt; das Typenschild nennt oft den Uw-Wert.
Ein Abstandhalter zwischen den Scheiben aus schlecht leitendem Material. Er verringert Wärmeverluste am Scheibenrand.
Quellen
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Fenster – Kennzahlen und Kaufberatung, verbraucherzentrale-rlp.de
- OIB: OIB-Richtlinie 6 – Energieeinsparung und Wärmeschutz, oib.or.at
- Energie Agentur Steiermark: U-Wert Ratgeber (Stand 24.01.2024), ich-tus.steiermark.at
- klimaaktiv: Factsheet U-Wert für Private, klimaaktiv.at
- sanier.de: Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert), sanier.de
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